Gesprächsleitfaden

Tipps für das Gespräch

Wahrscheinlich wirst du die Abgeordneten nicht persönlich erreichen. In dem Fall führst du das Gespräch mit den Mitarbeitenden aus dem Büro in Berlin oder im Wahlkreis. Bitte sie eindringlich darum, dein Anliegen an die Abgeordneten weiterzutragen.

  • Du musst kein Experte sein – Deine Stimme zählt
  • Bleibe ruhig und sachlich, auch wenn Du emotional bist. Freundlicher Druck wirkt nachhaltiger als Eskalation
  • Vertrete Deine Position und Haltung und lass die Betroffenen für sich selbst sprechen
  • Keine Beleidigungen, Drohungen oder persönlichen Unterstellungen
  • Lass dich nicht abwimmeln – Du hast das Recht, gehört zu werden
  • Wenn niemand abnimmt, hinterlasse eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter

Und so führst du das Gespräch

1Stell dich kurz vor

Nenne deinen Namen, dein Alter und deinen Wohnort. Vielleicht bist du Wähler*in der Partei oder wohnst im Wahlkreis des*der Abgeordneten? Auch das kannst du gerne erwähnen.

2Schildere dein Anliegen

Es geht um die Situation der rund 1.000 Menschen aus Afghanistan, die eine deutsche Aufnahmezusage haben und nach wie vor in Pakistan und Afghanistan ausharren. Ihnen allen hat die Bundesregierung Schutz vor den Taliban und eine sichere Aufnahme in Deutschland versprochen. Es handelt sich um Menschen und ihre Familien, die als Ortskräfte oder als Journalist*innen, Anwält*innen, Menschenrechtsaktivist*innen etc. an der Seite Deutschlands für Demokratie in Afghanistan gekämpft haben. Rund 70 % der Wartenden sind Frauen und Kinder. Sie alle warten seit Jahren auf den Abschluss ihres Visaprozesses und ihre Einreise nach Deutschland.

In den letzten Wochen hat sich die Lage für diese Menschen noch einmal massiv verschärft: Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan ist eskaliert, und es kommt zu Luft- und Bodenangriffen in Kabul und der Grenzregion. Inmitten dieser Angriffe sitzen die rund 1.000 Menschen fest, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt.

Doch anstatt dieser Verantwortung gerecht zu werden, gefährdet die Bundesregierung aktiv einige der Familien, die derzeit vor deutschen Gerichten ihre Aufnahme erstreiten. Trotz anhängiger Verfahren und entgegen gerichtlicher Anweisungen setzt die Bundesregierung Familien in Kabul und Pakistan auf die Straße und wirft sie inmitten einer aktiven Kampfzone aus den „Safe Houses“.

3Spiel die Sprachnachricht ab

Es ist an der Zeit, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen, damit sie ihre Geschichte selbst erzählen können und ihre Stimmen endlich gehört werden.

4Frag nach einer Reaktion

  • Was macht das mit Ihnen, wenn Sie das hören?
  • Was würden Sie der Person antworten?
  • Haben Sie vielleicht sogar eine Antwort für mich, die ich weitergeben kann?

5Stelle deine Forderungen oder Fragen

Fragen, die du stellen kannst:

  • Wird die Situation für die Menschen in Pakistan und Afghanistan nun neu bewertet? Gibt es Sicherheitsbedenken?
  • Tut Ihre Fraktion ganz konkret etwas, um die Aufnahme nun zu beschleunigen und wenn ja, was?
  • Wie wird die Bundesregierung damit umgehen, wenn es auf Grund ihres Taktierens Tote zu beklagen gibt?
  • Können Sie mir versichern, dass Sie die Menschen während der laufenden Gerichtsverfahren sicher unterbringen?
  • Wie stehen Sie dazu, dass die Bundesregierung durch die Umgehung von gerichtlichen Urteilen rechtsstaatliche Prinzipien aufs Spiel setzt?
  • Was können Sie tun, um zu helfen?
  • Wie können Sie dazu beitragen, dass die Versprechen umgesetzt werden?
  • Können Sie mir eine konkrete Zusage geben, dass Sie sich für diese Menschen einsetzen?
  • Was können Sie dafür tun, dass die Bundesregierung ihr Wort hält und zu ihrem Versprechen steht?
  • Wie wirkt es sich Ihrer Meinung nach auf das Ansehen Deutschlands in der Welt aus, wenn Deutschland nicht Wort hält?

Tipp:Wenn die Abgeordneten fachlich selbst nicht zu dem Thema arbeiten, bitte darum, dass sie dein Anliegen an die zuständigen Fachpolitiker*innen aus ihrer Partei weiterleiten. Bitte um Feedback zu den Gesprächen und ein Follow-Up.

Forderungen:

Die Regierung muss ihr Wort halten und die Schutzversprechen gegenüber den Menschen einlösen. Dafür sollen sich die Abgeordneten in ihren Fraktionen einsetzen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass die Verfahren endlich beschleunigt, Zusagen umgehend umgesetzt werden und Ausreisen aus dem Konfliktgebiet schnellstmöglich stattfinden.
  • Setzen Sie sich bitte für die Evakuierung aus Pakistan ein, damit keine weiteren Menschen nach Afghanistan abgeschoben werden, wo sie in die Hände der Taliban geraten könnten.
  • Bitte stellen Sie sicher, dass die Menschen, während ihrer laufenden Gerichtsverfahren, sicher untergebracht sind.
  • Bitte stellen Sie sicher, dass ausreichende Mittel für Unterkunft und Ausreise zur Verfügung stehen.
  • Bitte setzen Sie sich für Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und internationale Verantwortung ein. Mit einem Wortbruch setzt die Bundesregierung das internationale Ansehen Deutschlands aufs Spiel.

6Beende das Gespräch

Bedanke dich für das Gespräch und bitte um ein Follow-Up:

„Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ich hoffe sehr, dass Sie dieses Anliegen in Angriff nehmen. Ich bitte Sie, mich über die weiteren Schritte zu informieren."

So könnte dein Gespräch ablaufen

Einstieg

Du:

„Hallo, ich bin [Name] aus [Ort]. Ich rufe an, weil ich mit Ihnen über die Situation der Menschen aus Afghanistan mit deutschen Aufnahmezusagen sprechen möchte. Ist Frau/Herr [Name des*r Abgeordneten] direkt zu sprechen?"

Nicht da?

„Kein Problem, dann würde ich Ihnen mein Anliegen schildern und Sie bitten, es weiterzutragen."

Da und zu sprechen?

Super, dann lass dich verbinden.

Schildere Dein Anliegen

„Es geht mir um die Situation der rund 1.000 Menschen aus Afghanistan, die eine deutsche Aufnahmezusage haben und nach wie vor in Pakistan und Afghanistan ausharren. Es handelt sich um Menschen und ihre Familien, die sich für den Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft eingesetzt haben, oder als Ortskräfte für die Bundeswehr und für deutsche Hilfsorganisationen gearbeitet haben und deswegen im Visier der Taliban sind.

In den letzten Wochen hat sich die Lage für diese Menschen noch einmal massiv verschärft: Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan ist eskaliert, und es kommt zu Luft- und Bodenangriffen in Kabul und der Grenzregion. Inmitten dieser Angriffe sitzen die rund 1.000 Menschen fest, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt.

Trotz der verschärften Lage, anhängiger Gerichtsverfahren und entgegen gerichtlicher Anweisungen, setzt die Bundesregierung darüber hinaus Familien in Kabul und Pakistan auf die Straße und wirft sie inmitten einer aktiven Kampfzone aus den „Safe Houses“.

Wie kann sein, dass die Bundesregierung sich darüber hinwegsetzt und diese Menschen zurücklässt und damit ihr Leben gefährdet?"<\p>

Sprachnachricht abspielen

„Ich möchte Ihnen gerne einen Eindruck vermitteln, wie es den Menschen in dieser Situation geht. Deswegen möchte ich eine*n Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen. Ich spiele Ihnen jetzt die Nachricht von [Name der betroffenen Person] ein."

→ Abspielen der Nachricht

Nach der Nachricht

„Ich glaube, dieses Beispiel macht sehr gut deutlich, wie es den Menschen dort gerade geht. Mir ist es ein großes Anliegen, dass die Bundesregierung hier Wort hält, ihr Versprechen einlöst und die noch wartenden 1.000 Menschen sofort nach Deutschland holt."

Du sprichst mit den Mitarbeitenden?

„„Ich möchte den*die Abgeordnete*n [Name] auffordern sich in der Fraktion für die Aufnahme der 1.000 Menschen aus Afghanistan einzusetzen und das Thema ggf. an die Fachkolleg*innen weiterzuleiten. Ich wünsche mir, dass meine Abgeordneten für Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und internationale Verantwortung eintreten. Würden Sie mein Anliegen an Frau/Herrn [Name] bitte weitertragen?"

Du sprichst mit dem*r Abgeordneten?

„Ich möchte Sie eindringlich bitten, sich in der Fraktion für die Aufnahme der 1.000 Menschen aus Afghanistan einzusetzen und für Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und internationale Verantwortung einzutreten. Sollte das Thema nicht in Ihrer Zuständigkeit liegen, bitte ich Sie darum, das Thema an Ihre Fachkolleg*innen weiterzuleiten."

Gesprächsende

„Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Zeit. Danke, dass Sie sich dem Thema annehmen und sich dafür einsetzen, dass Deutschland zu seinem Wort steht. Ich bitte Sie, mich über die weiteren Schritte zu informieren. Einen schönen Tag noch."

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